Dekantieren oder Karaffieren – Was unterscheidet die beiden Methoden?

Der Wein muss atmen! Er braucht unbedingt Sauerstoff! Diesen alten Rotwein müssen wir unbedingt dekantierten, bevor wir ihn trinken können. Diese und viele weitere Aussagen haben wir schon oft gehört. Aber was passiert beim Dekantieren genau? Und wie unterscheidet es sich zum Karaffieren?

Zuerst müssen wir an dieser Stelle mal die Begrifflichkeiten klären. Das Dekantieren beschreibt den Prozess des Trennens von Wein und Depot bzw. Weinstein. Beim Karaffieren hingegen geht es um die Belüftung des Weins, um das Aroma zu verbessern. Gemeinsam haben beide, dass der Wein in ein neues Gefäß umgefüllt wird. Des Weiteren schließt der eine Schritt den anderen nicht aus, was wohl möglich zu der Vermischung der beiden Begrifflichkeiten geführt hat.

Rotwein muss dekantiert werden

Dieser Satz ist weder richtig noch falsch. In der Tat kann man den Weingenuss steigern, wenn das Depot bzw. der Weinstein nicht mitgetrunken wird. Aus diesem Grund füllt man den Inhalt einer Weinflasche in ein entsprechendes Gefäß. Beim Dekantieren ist die Form hierfür erst einmal nebensächlich. Wichtig ist dabei jedoch, dass die abgesetzten Gerb- und Farbstoffe durch vorsichtiges Umfüllen in der Flasche bleiben. Hierzu kann es hilfreich sein, wenn man das Umfüllen über einer Lichtquelle, z.B. Kerze, vornimmt. Aber nicht nur gealterte Rotwein, auch reife Weißweine bilden ein Depot und sollten umgefüllt werden. In beiden Fällen kann man nach erfolgreicher Prozedur die Originalflasche ausspülen und den Wein wieder zurück füllen.

Karaffieren für mehr Geschmack

Hat man das Gefühl, dass der Wein sich noch entfalten muss bzw. die Taninne durch eine Sauerstoffbehandlung weicher werden können, dann empfiehlt es sich den Wein zu karaffieren. Hierzu wird der Wein wiederum in ein anderes Behältnis umgefüllt. Diesmal ist jedoch die Form für den Erfolg ausschlaggebend. Dabei ist zu beachten, dass der Wein eine relativ große Oberfläche bilden kann, über die dieser dann mit dem Sauerstoff reagiert.

Reifer Rotwein und zu viel Sauerstoff

Besonders bei gereiften Rotweinen, 15 Jahre und älter, muss man darauf achten, dass nicht zu viel Sauerstoff an den Wein kommt. Denn dadurch kann das Aroma verloren gehen. In der Regel reicht es hier den Wein in hohe, schmale Gefäße umzufüllen, die wenig Oberfläche für die Oxidation bieten oder ihn gekonnt direkt ins Glas einzuschenken.

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