Flaschengröße beim Wein- Kommt es auf die Größe an?

Vielleicht sind sie dem einen oder anderen schon aufgefallen. Riesige Weinflaschen, die bei Händlern oder in Restaurants stehen. Meist dienen sie nur als Dekoration, aber manchmal verbergen sie wahre Schätze. Die Flaschengröße liegt dabei i.d.R. zwischen 0,375 l und 18 l. Aber warum werden die Großflaschen abgefüllt?

Was unterscheidet die Flaschengröße

Die Standardweinflasche mit 0,75 l wurde 1977 in einer EU-Norm niedergeschrieben, aber schon vorher galt sie, bis auf ein paar Ausnahmen, als Status Quo in der Weinindustrie. Ausgehend von dieser Flaschengröße haben sich weitere entwickelt. Die Halbe oder auch Demi oder Half mit 0,375 l und die Magnum mit 1,5 l gehören hier noch zu den gebräuchlichsten Größen. Danach addiert sich das Volumen immer wieder bis zur Melchior mit 18 l.

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Die verschiedenen Flaschengrößen im Überblick Quelle: bordeaux-traders.com

Wollen Winzer mit großen Flaschen Kosten sparen?

Böse Zungen behaupten, dass Winzer gerne minderwertige Weine in Großflaschen abfüllen, um Kosten zu sparen. Dies ist jedoch nicht der wahre Grund für diese besonderen Formate. Vielmehr werden nur ausgewählte Weine in diese Flaschen abgefüllt. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen reifen die Weine in den verschiedenen Flaschengrößen unterschiedlich schnell. Dabei verlangsamt sich der Reifungsprozess mit zunehmenden Volumen. Zum anderen werden Großflaschen aufgrund ihrer geringen Stückzahl von Hand gefertigt. Sie haben ein dickeres Glas, was auch dazu führt, dass dieses dunkler und Licht undurchlässiger wird. Diese beiden Punkte führen dazu, dass man die Großen noch länger lagern und der Geschmack sich noch besser entfalten kann.

Riesling, Eiswein und Champagner

Am häufigsten sieht man die ganz großen Flaschen bei sehr guten Rotweinen aus dem Bordeaux oder der Toskana. Die halben Flaschen sind dagegen sehr beliebt für Eisweine und Beerenauslesen. Beim Riesling findet man auch hier und da eine Magnumflasche. Der Champagner hingegen wird immer häufiger in Formaten Magnum und Co. auf Promi- und High Society Partys ausgeschenkt. Dies hat jedoch weniger mit dem Geschmackserlebnis als mit der öffentlichen Darstellung zu tun.